Mann mit Depressionen

Mit den Lockerungen und regulatorischen Änderungen gegenüber der Cannabispflanze in den letzten Jahren wuchs auch das wissenschaftliche Interesse gegenüber der therapeutischen Wirksamkeit, die mit dieser Pflanze in Verbindung gebracht werden. So berichtet bereits das chinesische Buch „Shennong Bencaojing“, ein Heilkräuterklassiker mit einer circa 2000 Jahre alten Geschichte, über die Behandlungsmöglichkeiten von Senilität mit der Cannabispflanze. Des Weiteren benutzten die Assyrer die Pflanze zur Trauerbewältigung. Im indischen Atharwaweda, einer Schriftensammlung des Hinduismus, wird hingegen über die angstlösenden Eigenschaften der Hanfpflanze berichtet. In diesem Zusammenhang war der portugiesische Naturwissenschaftler und Pharmazeut Garcia da Orta 1563 einer der ersten Europäer, welcher den Nutzen der Pflanze zur Linderung von Angstzuständen schriftlich erwähnte.

Heutzutage ist davon auszugehen, dass unterschiedliche Pflanzeninhaltsstoffe der Cannabispflanze jeweils andere Eigenschaften besitzen und demzufolge unterschiedliche Wirkungen im menschlichen Körper hervorrufen. Dass angstlösende Potenzial der Hanfpflanze, wie es in alten Kulturen beschrieben wird, bedarf einer wissenschaftlichen Analyse, die nachvollziehbar sein muss. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob CBD, ein legaler und nicht psychoaktiver Pflanzeninhaltsstoff des Cannabis angstlösend ist oder z.B. bei Depressionen hilft. Demnach sollte zunächst erst einmal die Frage beantwortet werden, was eine Depression eigentlich ist.

Was ist eine Depression?

Depression, vom Lateinischen für „niedergeschlagen sein“ äußert sich durch eine gedrückte Stimmung sowie einer starken Antriebslosigkeit bei der betroffenen Person, womit die Krankheit zu den psychischen Erkrankungen zählt. Der Verlust an Lebensfreude ist mit einem Verlust der Lebensqualität verbunden, welche den depressiven Patienten in seiner Traurigkeit bis zur Suizidgefährdung treiben kann. Psychotherapeutisch wurde die Krankheit in der Vergangenheit mit selektiven Serotoninaufnahmehemmern sowie Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) behandelt, welche starke Nebenwirkungen im Patienten auslösen können. In diesem Zusammenhang rückte in der Vergangenheit vor allen Dingen der Cannabiswirkstoff Cannabidiol (CBD) in den Mittelpunkt der Forschung, dem nachgesagt wird, dass er neben angstlösenden Eigenschaften ebenfalls antidepressiv und zudem schlaffördernd wirkt. Gibt es somit wissenschaftliche Berichte, welche diese Eigenschaften des Pflanzenwirkstoffes unterstreichen. Dazu später mehr. Hier zunächst eine kurze Erläuterung, was CBD eigentlich ist.

Zwar berichtet die derzeitige Studienlage noch unzureichend über positive CBD Wirkungen bei Depressionen, dennoch ist der angstlösende und schlaffördernde Charakter des Pflanzenwirkstoffes ein erster guter Hinweis. Vielmehr geht die 2020 veröffentlichte Studie „Medicinal cannabis for psychiatric disorders: a clinically-focused systematic review“ genau dieser Frage auf den Grund und berichtet über positive Erfahrungen mit CBD zur Verringerung sozialer Ängste, bei posttraumatischen Belastungsstörungen sowie zur Verbesserung des Schlafes. Demnach ist CBD ein guter Kandidat zur Behandlung vieler psychiatrischer Störungen.

Zeitgenössischen Konsumentenberichten zufolge wurden die Symptome von Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Depressionen bei 50 Prozent der Patienten reduziert. In der klinischen Praxis stellten Wissenschaftler einer neuseeländischen Studie 2020 fest, dass bei 400 Freiwilligen der Pflanzenwirkstoff CBD bei Personen mit Depressionen und Angstsymptomen diese linderte und außerdem zu einer Verbesserung der psychischen Gesundheit sowie einem verbesserten Schlaf und Appetit führte. Weitere Hinweise liefern präklinische Studien, wie die 2019 veröffentlichte Studie „Effects of cannabidiol in males and females in two different rat models of depression“, welche eine Untersuchung von CBD an depressiven Modellorganismen vornahm. Hier wirkte der Pflanzenwirkstoff antidepressiv, sodass ähnliche Wirkweisen für den menschlichen Körper angenommen werden könnten.